
Die Jagd ist ein blutiges Freizeitvergnügen ohne Notwendigkeit. Ihre Befürworter zeigen sich unbeeindruckt von ökologischen Erkenntnissen und einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenen Rechten anerkennt.
Naturerlebnis und Jagd
Mehr als 340 000 Jagdscheininhaber ( Stand 1997 ) in Deutschland druchstreifen die Landschaft, um ihrem Hobby nachzugehen, dem Töten von Tieren. Weit mehr Menschen jedoch suchen die Natur auf, um sich an ihr und den Wildtieren zu erfreuen. Die Natur und TierfreundInnen müssen dulden, wie dort eine kleine privilegierte Gruppe Tiere erschiesst oder in Fallen zu Tode quält. Umfragen dokumentieren eine wachsende Ablehnung der Jagd. Weit über die Hälfte der Bevölkerung - und sogar zwei Drittel aller Frauen - lehnt dieses blutige Hobby ab.
Naturschutz und Jagd - ein Widerspruch
Jäger sehen sich gerne als Naturschützer. Sie behaupten immer wieder, das natürliche Gleichgewicht sei gestört und der Mensch müsse regulierend in den Naturhaushalt eingreifen. Dies erweckt den Eindruck , es gäbe nur ein einziges mögliches Gleichgewicht, welches durch das menschliche Tun für immer verloren sei. Die Vorstellung, die Dichte der Populationen von Pflanzenessern werde über Räuber geregelt, ist inzwischen stark vereinfachend, in der Regel sogar als falsch erkannt. Sie zeugt von Unkenntnis der Bedeutung der übrigen Regulationsfaktoren wie Mangel an Nahrung, an Lebensraum und Ruheplätzen, Krankheiten, Konkurrenzdruck und Stress, Störungen im Jahresrhythmus und Kälte.
Jäger greifen permanent störend in den Naturhaushalt ein und verhindern so die Einstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Die Jagd ist sogar eine der massgeblichen Ursachen für aktuelle Gefährdung zahlreicher Tierarten. Dem Interesse am Jagen werden Natur- , Arten- und Tierschutzbelange zumeist bedingungslos untergeordnet. So z.B., wenn Jäger sich für eine flächendeckende Jagd bis in Naturschutzgebiete und Nationalparks einsetzen oder selbst die Anlage von Biotopen vorrangig der Förderung jagdlich interessanter Arten dient.
Lebensverachtendes Handeln - ökologische Lügen
Jagdbefürworter zeigen sich völlig unbeeindruckt von einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenem Lebensrecht anerkennt und den ökologischen Erkenntnissen der Wildtier- und Ökosystemforschung.
Im Bleihagel der deutschen Jäger sterben - allein nach deren Angaben - jeden Tag rund 13 000 Tiere.
Die Jagd verfolgt heute primär folgende Ziele:
- Minimierung der Konkurrenten von Forst- und Landwirtschaft, besonders des sogenannten Schalenwildes ( Reh , Rot - , Dam -und Sikahirsch , Mufflon , Gemse , Steinbock )
- Trophäensammlung
- Manipulation der Artenzusammensetzung mit dem Ziel, die " Jagdernte " zu erhöhen durch: Bekämpfung der Jagdkonkurrenten ( " Raubwild " ) durch Abschuss, Fallen, Eierraub;
- Widerstand gegen Wiedereinbürgerung von Beutegreifern ( "Raubtieren" ) wie Luchs, Wildkatze, Uhu; Erschiessen von Hunden und Katzen;
- Fütterung und Medikamentenzugabe mit dem Ziel, grosse Trophäen und viel Wildfleisch zu erhalten;
- Undifferenziertes Töten bei Treibjagden und Fallenstellerei.
Die Zahlen getöteter Wildtiere sind erschreckend, im Jagdjahr 1996/97 wurden in Deutschland erschossen :
3 916 Gemsen 5 057 Waschbären/Marderhunde 5 806 Mufflons 5 815 Waldschnepfen ( gefährdet , rote Liste ) 9 850 Rebhühner 27 137 Dachse 37 094 Damhirsche 49 127 Rothirsche 94 078 Steinmarder , Iltisse , Wiesel 221 449 Fasane 326 214 Wildschweine 416 619 Wildkaninchen 426 993 Hasen 519 812 Wildenten verschiedener Arten 597 665 Rotfüchse 779 414 Wildtauben verschiedener Arten 1 028 493 Rehe
(Quelle: " Deutscher Jagdschutz - Verband " )
Die Wirkung des Abschiessens von Wildtieren endet nicht damit, dass ein Tier tot ist. Es werden auch soziale Verbände zerrissen, Wanderwege unterbrochen, Ruheplätze und Nahrungsgebiete gestört und umfangreiche Wanderungen ausserhalb des natürlichen Rhythmus ausgelöst. Letztendlich werden ganze Lebensräume nachhaltig gestört.
Eine traurige Bilanz
Die Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen überlebt. Tierarten, die begehrte Jagdtrophäen oder hochbezahlte Produkte lieferten, wurden besonders hartnäckig verfolgt. Das gilt unter anderem für Tiger, Nashörner, Wale, Meeresschildkröten und Krokodile, deren Bestände überall auf der Erde stark dezimiert wurden. Tierarten oder -unterarten, deren Lebensräume durch die Landnutzung des Menschen grossflächig zerstört wurden, geraten durch die Bejagung besonders schnell an den Rand der Ausrottung. In Europa wurden Auerochse, Waldtarpan und Steppentarpan gänzlich ausgelöscht. Wolf, Braunbär, Nordluchs, Wildkatze, Biber, Uhu, Mönchsgeier, Gänsegeier, Elch und viele andere Tierarten kommen nur noch in einigen Regionen vor und sind z. T. auch dort bedroht. Der Wisent und das asiatische Przewalski-Pferd konnten nur in Gehegen überleben. Zwölf Prozent der Arten der " Roten Listen " gefährdeter Tierarten sind durch direkte Verfolgung in ihrem Bestand bedroht.
Fallenstellerei ist ungezieltes Töten
Wie unspezifisch Jäger bei der vorgeblich notwendigen Regulation bestimmter Wildtierbestände vorgehen, zeigt die Fallenstellerei. Sitzt das falsche Tier in der Falle, gibt es kein zurück. Niemand kann voraussagen, ob ein Fuchs, ein Baummarder, ein Steinmarder, eine Katze, ein kleiner Hund, ein Waschbär oder ein grosser Vogel in die Falle gerät. Quetschfallen und Abzugseisen sollen töten. Tatsächlich töten die Fallen selten sofort, bewirken aber schwere Verletzungen, die erst nach längerem Leiden zum Tod führen. Auch in Lebendfallen werden Tiere verletzt, geraten in Panik oder sterben an Stress. Bis auf Tellereisen sind in Deutschland alle Arten von Fallen erlaubt. Auch diese Jagdmethode ist ein Kapitel übelster Tierquälerei.
Ausschaltung vermeintlicher Konkurrenten : Haustiermord
Revierinhabende Jäger sehen sich als Eigentümer der freien Landschaft mitsamt der Tiere und Pflanzen. Ein Beispiel für diesen absurden Besitzanspruch ist die Kriminalisierung von Hunden und Katzen. Diese Tiere werden, sobald sie sich ausserhalb des Einflussbereiches ihrer Menschen befinden, als " Wilderer " bezeichnet und sind dann zum Abschuss freigegeben. Jährlich werden circa 40 000 Hunde und 400 000 Katzen mit dem Anspruch der Rechtmässigkeit hingerichtet !
Fazit
Die Lust weniger Menschen an der Jagd kann und darf kein Argument sein, weiterhin leidensfähigen Tieren nachzustellen und sie zu töten. Durch die Verfolgung sind die Wildtiere so scheu, dass NaturfreundInnen ihre Beobachtung fast unmöglich gemacht wird. Die Jagd ist nicht etwa notwendig, wie man uns glauben machen möchte. Sie ist ökologisch und ethisch nicht zu rechtfertigen. Es ist zu wünschen, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die sich ihrer Verantwortung für das Leben der betroffenen Wildtiere bewusst werden und sich aktiv für die Abschaffung der Jagd einsetzen.
(Quelle: Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V. )
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